(Nr. 508, 08/2008,
Text by Merete Ahnfeldt-Mollerup)
This project is based on a story by Borges, and can be seen as an illustration to it. (...) It is a project in which the digital opportunities are explored and expanded, not to create something spectacular or to express reality, but to describe a universe that can only be found in thought. In this way, it is given that the drawings should possess an openness that should be filled out by the viewer’s fantasy, which has succeeded with great elegance and in keeping with Borges’ story.
Der Dritte Preis befasst sich mit der zeichnerischen Nacherzählung von Borges "Bibliothek von Babel". (...) Um die Proportionen dieses unmöglichen und absurden Raums zu bestimmen, haben Billard und Helmke zunächst den Satzspiegel eines einzelnen Buches definiert, um als Maßeinheit der genauen Beschreibung folgen zu können. Daraus ergab sich eine Seitengröße und ein Buchformat, und daraus wiederum die Dimension für die Regale und Wände: Die geometrische Konstruktion des Raumes wurde vom typografischen Maß abgeleitet. Damit stellt sich die Frage nach der angemessenen Proportion des Denkens, dass sich in Buchstabenverhältnissen ausdrückt; der Gedankenraum zwischen Buchstaben im Kopf, verräumlicht sich auf dem Papier als Wort und bestimmt so die kleinste Maßeineinheit der Bibliothek.
Ist das eine Art Modulor-Prinzip fürs abstrakte Denken? Die zersplitterte Axonometrie für den Wortraum der Bibliothek von Borges, Billard und Helmke kürt das das Unpraktikable zum Prinzip, aber es geht schließlich auch um nichts weniger als die Artikulation von Unendlichkeit. Bedingung dafür ist zum einen, dass die unvermeidliche Löcher zwischen den Gedanken zueinander in Beziehung gesetzt werden; räumlich bedeutet dies, dass die sperrigen Zwischenräume zwischen den Sechsecken niemals aufgefüllt werden dürfen.